Eine Kultur des Fehlermanagements

Bei der Behandlung von Fehlern in Unternehmen und Organisationen darf man  nie den Faktor Mensch außer Acht lassen. Er ist zum einen der Fehlerverursacher Nummer 1, aber gleichzeitig auch der Fehlerentdecker und Fehlervermeider. Da sich Fehler trotz aller "0 Fehler Strategien" niemals völlig vermeiden lassen, ist es wichtig den Mitarbeitern zu vermitteln, wie Bedeutsam deren offene Kommunikation mit ihren eigenen Fehlern ist. Selbstredend, dass Fehler im gleichen Zuge nicht bestraft werden dürfen, denn dann funktioniert das ganze System nicht.

Wie Goethe sagen würde: 

“Wenn Du nicht irrst, kommst Du nicht zu Verstand.“

Es ist daher die Aufgabe der Führungskräfte eine positive Fehlerkultur einzuführen. Die folgenden Handlungsweisen sind dabei im Umgang mit Fehlern zielführend:

  1. Neutraler und sachlicher Umgang mit dem Fehler ohne persönliche Schuldzuweisung
  2. Lob und Anerkennung für die Aufdeckung und offene Kommunikatin des Fehlers
  3. Eingestehen eigener Fehler und auch offene Kommunikation dieser "nach unten", wo angebracht
  4. Konsequente Verfolgung und Kontrolle von Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen - dazu benötigt der Mitarbeiter Hilfe in Form einer Fehlermanagementsoftware
  5. Sanktionen und Tadel sind nur bei Wiederholfehlern, eines Mitarbeiter angebracht

Das ganze Qualitätsmanagementsystem steht und fällt mit der Zielsetzung des Unternehmens und den Zielvorgaben aus der Unternehmensleitung. Ebenso verhält es sich mit dem Fehlermanagement: nur wenn die oberste Führungsetage hinter dem offenen Fehlermanagementsystem und der Konsequenten Fehlerdokumentation steht, kommen die Einsparungs- und Verbesserungspotenziale des Systems zum Tragen.

 

Mit Fehlermanagement systematisch das Ergebnis verbessern

Um rund 20 Prozent können Unternehmen ihre Profitabilität steigern, wenn sie Fehlermanagement einführen - so besagen es wissenschaftliche Studien*.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: statt Aufwand zu betreiben, den Fehler zu vertuschen und Folgefehler zu riskieren, kann das Unternehmen durch den offenen Umgang mit den Fehlern lernen, diese zu vermeiden und gleichzeitg wird sichergestellt, dass die entstehenden Fehler möglichst wenig schaden und deren erneues Auftreten so gut wie ausgeschlossen werden kann.

Die typsichen Schritte, auch bei einer Fehlermanagement-Software sind die folgenden:

  1. Fehlerdokumentation: was ist passiert mit einer möglichst umfassenden Beschreibung der Sachlage und Dokumentation per Bild wo sinnvoll
  2. Fehleranalyse: Warum ist es passiert? Diese Frage darf dabei nicht mit dem letzten Auslöser (die Bremse hat versagt) beantwortet werden. Es muss der sog. 'root cause" gefunden werden, also der ursprünglichen Grund für den Fehler ( z.B. Schraube xyz wurde im Bauteil B im Montageschrit S nicht mit dem vorgegebenen Drehmoment angezogen)
  3. Einführung von Sofortmaßnahmen, um negative Fehlerkonsequenzen verhindern: Der Fehler ist passiert, aber noch bevor ein Schaden auftritt, wird er entdeckt und behoben, z.B. wird die Auslieferung fehlerhafte Produkte gestoppt, bevor diese an den Kunden geliefert werden
  4. Einführung und Kontrolle von Korrekturmaßnahmen: Wie ist dieser konkret aufgetretene Fehler zu beheben
  5. Festlegung, Durchführung von Kontrolle von Vorbeugungsmaßnahmen, die das Aufträgen ähnlicher Fehler verhindern sollen
  6. Kommunizieren. Es nützt nichts, wenn nur derjenige, der den Fehler gemacht hat, daraus lernt. Ein gutes Fehlermanagement fördert eine Kultur, in der über Fehler geredet werden darf, in der das Wissen darüber geteilt wird und in der man sich gegenseitig hilft, wenn Fehler entdeckt werden.

 

Fazit

Fehlermanagement findet heute nicht nur in den High-Tech Branchen eingesetzt, sondern gerade auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) können durch die Einführung profitieren. Oft ist der strategische Vorteil dieser Unternehmen eine höhere Innovationsrate und mehr persönliche Freiheiten der Mitarbeiter zur Selbstorganisation. Umso wichtiger ist die Kultur des "Fehler machens und daraus lernens". Fehler zu sanktionieren und damit die Chance zu verpassen, aus Ihnen zu lernen, können sich in einer globalen wirtschaft nur noch ganz wenige Unternehmen leisten.